| ONLINE-ZEICHENKURS: LICHT UND SCHATTEN: BEISPIEL |
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Hier als Beispiel aus der Grafik ein Kupferstich, Joachim Antonisz WteWael, "Die Übergabe der Stadt", 16./17. Jahrhundert .
Die Flächen im Vordergrund sind hell. Der Mittelgrund bildet die nötige dunkle Fläche, von der sich die "vorne" liegenden Objekte (bzw. Subjekte) abheben können.
Das Bild spielt mit dem Hell - Dunkel. Auf den Inhalt will ich nicht eingehen, aber es ist offensichtlich, dass das dunkle Tor bedrohlich und erdrückend wirkt, die Soldaten im Tor als dunkle Gestalten ebenfalls, dass die Gesandten der Stadt unterwürfig gebückt sind und von der dunklen Masse des Tores auch optisch "bedrückt" werden. Der Sieger (mit Fortuna???) steht aufgerichtet vor einem hellen Hintergrund und etwas weiter vorne.
Die "vorne" befindlichen Flächen sind hell. Der Boden ist vorne hell und wird zum Mittelgrund dunkel, die Figuren, Knie, Beine, Schulter Köpfe, Rüstung, Kleid - was vorne ist, ist hell.
Obwohl die Sieger rechts scheinbar vor einem hellen Hintergrund stehen, bilden die Blätter und der Stamm des Baumes den nötigen dunkleren Hintergrund, vor dem sich die hellen Flächen erst abheben können.
Besonders interessant ist die Darstellung der Stadt im Hintergrund. Diese ist, wie der Vordergrund, sehr hell. Er wird trotzdem als weit entfernt liegend empfunden, da seine Kontrastarmut und geringe Detaillierung der Seherfahrung entspricht. Wenn Sie sich die Vergrößerung ansehen, stellen Sie fest, dass sich die Konturen und Flächen der dargestellten Objekte immer mehr auflösen, desto weiter diese entfernt sind.
Weit entfernt liegende Objekte wirken auch in der Natur blass, bläulich und kontrastarm, weil in der Luft enthaltener Staub und die Luft selber die Farben absorbieren und das Licht diffus "streuen" lassen (blau wird vom sichtbaren Spektrum am wenigsten absorbiert).
Ach so, betrachten Sie den Fuß der dritten Figur von links. Dieser ist nur mit den Zehen am Boden. Der Fuß ist ein Beispiel dafür, dass die Lage des Schattens eines Objektes dessen Position im Raum definiert.