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ONLINE-ZEICHENKURS: ÜBUNGEN: SCHRAFFIEREN

Zeichenübungen "Schraffieren"

 

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dürer, Perspektive, Schraffuren

Schraffuren und Schraffieren

Theoretisch besteht "reine" Zeichnungen nur aus Strichen, nicht aus Flächen. Das ist natürlich nur Theorie, in den meisten Bleistiftzeichnungen z.B. verwischen (wortwörtlich!) die Grenzen zwischen Strichen und Flächen. Anders ist das bei Druckverfahren wie dem Kupferstich. Bevor Techniken wie die Aquatinta auftauchten, konnten mit diesen Druckverfahren nur Striche produziert werden. Um trotzdem "dunkle" Flächen erzielen zu können, setzte und setzt man Striche eng aneinander. Diese Striche wirkten dann wie Grauflächen. Desto enger sie beieinander liegen, desto dunkler wirkt die Fläche (siehe dazu auch den Kupferstich von Dürer neben diesem Text).

Der Verlauf und Charakter der Striche hat großen Einfluss darauf, wie die dargestellten Oberflächen wahrgenommen werden.

Bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts wurde "Schraffieren" ausgiebig geübt. Diese Übungen waren jedoch zumindest in der Moderne immer umstritten.

Ich weiss nicht, ob es Sinn macht, jeden Tag 10 Minuten zu schraffieren, ich mache es jedenfalls nicht. Aber ich schraffiere beim Zeichnen selbst häufig, es gehört zu meinem Zeichenstil. Oft schraffiere ich am Tisch gedankenlos vor mich hin und bin plötzlich beim Zeichnen.

Gerade für Anfänger erfüllen Schraffur-Übungen durchaus ein paar sinnvolle Funktionen.

Als erstes, Schraffieren entkrampft. Sie werden merken, dass, wenn man mit dem Zeichnen anfängt, die ersten Minuten "nicht richtig laufen". Es gibt sogar Tage, an denen man keine guten Zeichnungen machen kann, es läuft dann eben einfach nicht. Schraffieren erfüllt die Funktion eines "Einführungsrituals". Wenn Sie das Zeichnen regelmäßig mit ein paar Minuten Schraffieren beginnen, ist das Schraffieren für Sie eine Art "Schalter", ein Signal, in die "Zeichenstimmung" zu fallen.

Ds zweite ist, dass man, wenn man immer wieder 10 min vor sich hinschraffiert, automatisch lernt, Stifte "richtig" und kontrolliert zu führen (vergleiche Stifthaltung).

Wichtig ist hier der §1 ! In Zeichnungen muss überhaupt nichts regelmäßig sein, auch keine Schraffuren! In der Kunst gibt es nichts "Richtiges"!

Beim normalen Zeichnen wird man mit aufgelegter Hand aus den Fingern heraus relativ schnell ein paar Schraffurstriche machen und dann die Hand etwas weiterrücken. Das geht jedoch nur bei kurzen Strichen und die Striche werden die Tendenz haben, leicht gekrümmt zu sein, da Sie die Hand aus dem Gelenk heraus drehen. (siehe dazu noch einmal die Datei Stifthaltung). Bei normalen kleinen Zeichnungen auf A4 z.B. stört das überhaupt nicht, und in den meisten Skizzen werden Sie genau so zeichnen. Anders ist es jedoch, wenn Sie größere Zeichnungen machen und dort ebenfalls Schraffuren einsetzen wollen oder müssen, um zum Beispiel Schattenflächen zu zeichnen oder die Schraffuren aus geschwungenen Linien bestehen sollen, die eine Form modulieren. In dem Fall braucht man zum Schraffieren Übung.

Alte Kupferstiche haben keine grauwertige Flächen, da das Druckverfahren nur die Wiedergabe von Linien erlaubte. Also mussten alle Schattierungen des Bildes mit Schraffuren erzielt werden.

Wenn Sie "klassische" Schraffuren üben wollen, sollten Sie die folgenden Punkte beachten. Wie gesagt, das gilt nur fürs klassische Schraffieren, so wurden Schraffuren geübt und das heißt auf keinen Fall, dass "richtige Schraffuren" so aussehen müssen!

  • Schraffiert wird, entgegen landläufiger Meinung, relativ langsam, der Stift anfangs wird mit hoher Konzentration Strich für Strich geführt, später werden Sie dann schneller.
  • Dabei müssen Sie auch auf die Auf- bzw. Andruckstärke achten, die Linien sollen gleichmäßig an- und abschwellen.
  • Wenn Sie mit einem Stift zeichnen, der bei unterschiedlichem Druck unterschiedlich dunkle und breite Striche produziert (weiche Bleistifte, aber auch Kugelschreiber), lernen Sie beim Schraffieren schnell, die Stifte sehr kontrolliert zu führen.
  • Beim Schraffieren-Üben müssen sie peinlich darauf achten, immer das gleiche, regelmäßige Muster zu produzieren.
  • Die vorgeschlagenen Schraffurmuster sollten Sie sowohl von links nach rechts, von oben nach unten und in den Gegenrichtungen zeichnen!
  • Alle Striche sollen gleich aussehen und den gleichen Abstand zueinander halten. Das ist nicht leicht, das exakte Nachfahren des vorher gemachten Striches erfordert hohe Konzentration und vor allem gelingt es nur, wenn Sie locker und unverkrampft zeichnen (und das werden Sie dann von selbst, denn das ist der eigentliche Witz der Übungen!).

Noch einmal, das sind Übungen! Wenn Sie normal zeichnen und nicht gerade diese Zeichenübungen machen, können und sollten Sie kritzeln, wie Sie wollen und es Ihnen gefällt!

Bei allen Anweisungen gehe ich davon aus, dass Sie Rechtshänder sind! Ich weiss, dass ist gemein den Linkshändern gegenüber, aber so ist die Welt (heißt, bin ich).

Schraffuren und Schraffieren

Schraffuren und Schraffieren

Schraffuren und Schraffieren

Schraffuren und Schraffieren

Schraffuren und Schraffieren

Schraffuren und Schraffieren

Schraffuren und Schraffieren

Wieder von rechts nach links, von unten nach oben und umgekehrt zeichnen! sie können auch komplexere Formen ausprobieren. Beachten Sie ebenfalls die räumlichen Wirkungen, die Ihre Schraffuren erzeugen. Spielen sie einfach herum.

Schraffuren und Schraffieren

Eine Kreuzschraffur. Hier entsteht der Eindruck einer gewölbten Fläche. Um die Strichdichte zu erhöhen werden Schraffuren oft übereinander gelegt. Beachten Sie die Winkel, in denen die Striche aufeinander treffen. Spitzere Winkel machen dunklere Flächen. Darüber hinaus erzeugen sie jedoch auch einen "perspektivischen" Effekt, denn Vierecke werden bei wachsender Entfernung zum Betrachter bei einer perspektivischen Darstellung zu Parallelogrammen verzerrt.

Hier noch einmal der Hinweis, dass das exzessive Schraffieren-Üben schon Ende des 19. Jahrhunderts stark diskutiert wurde und umstritten war. Der eigentliche Sinn der Übungen liegt auch eher in der "Entkrampfung" und darin, dass man lernt, die Strichdicken zu kontrollieren als im Antrainieren "ordentlicher Schraffuren".

In der Praxis ist es nicht schlimm, wenn man nicht von rechts unten nach links oben schraffieren kann. Man dreht dann einfach das Papier um!

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