| ONLINE-ZEICHENKURS: ZUSAMMENFASSUNG DER ZEICHNEN-STRATEGIEN |
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Das Bild zeigt die Überlagerung aller beschriebenen Strategien...
Wie in den einzelnen Beschreibungen immer wieder erwähnt, kommt keine der beschriebenen Vorgehensweisen isoliert vor. Die meisten Zeichner mischen die beschriebenen Zeichentechniken.
Welche Strategie man ergreift, hängt vom Detail des Motivs ab. Dabei sind durchaus individuelle Vorlieben zu beobachten. Der eine arbeitet lieber mit Binnenformen, der andere mit „Kraftlinien“.
Als Beispiel zähle ich kurz auf, wie ich das Motiv zeichnen würde (alles aus der Sicht des Zeichners): Zuerst längliches Trapez für den Körper (als Binnenform), dann der Bogen über den linken Arm - Schulter- rechter Arm (eine Kraftlinie), dann eine Schräge über linken Ellbogen am linken Fuss vorbei (abgeschnitten Fläche oder auch Kraftlinie, oder auch als eine visuelle Stütze - die man aber nicht sehen kann, denn die Linie ist nicht eingezeichnet :-), das Oval für den Kopf (Binnenfl.), Tangente links an den Kopf, die aber unten durch das linke Schienbein geht (Mischform Tangente - Kraftlinie), Strich über die Oberkante der Oberschenkel, Strich am rechten Bein runter, Linie über die Fusspitzen (Kraftlinien), die Flächen zwischen den Beinen, zwischen den Armen (Negativformen), dann links das Dreieck (oder der Winkel) aus Arm und Stuhllehne abschneiden, das Dreieck Sitzfläche - linke Aussenkante linkes Bein (Abschneiden von Aussenformen), usw. immer detaillierter werdend...
Die prinzipielle Unterteilung in die „Strategien“ ist ein Kunstgriff, um die Vorgehensweisen zu verdeutlichen. Wenn z.B. durch eine „Binnenform“ eine „Kraftlinie“ läuft und von dieser was abschneidet, wird diese ev. damit zu einer Aussenform etc., je nachdem wie man es betrachtet.
Es kann trotzdem zum Lernen sehr hilfreich sein, sich zu zwingen, mit einer Technik zu arbeiten. So kann man alle Techniken durchgehen. Der selbstauferlegte „Zwang“ in der Technik zu bleiben „schult“ das Finden der entsprechenden Flächen und Linien im Motiv.
Sie sollten nicht ängstlich versuchen, die angesprochenen Flächen, die im Motiv gesehenen Flächen und Linien möglichst genau zu treffen. Es kommt bei guten Zeichnungen vielmehr darauf an, dass diese eine gewisse „Freiheit“ haben.
Es empfiehlt sich oft, nach dem Erfassen des Grundmotivs das Motiv selbst nicht mehr anzusehen sondern sich auf die eigene Zeichnung zu konzentrieren und diese als Zeichnung wahrzunehmen. Es ist ebenfalls eine gute Übung, ein gerade gezeichnetes Motiv noch einmal aus dem Kopf zu zeichnen.
In den folgenden Dateien wird beschrieben, wie Sie Größen- und Längenverhältnisse im Motiv abschätzen, um leichter die bisher beschriebenen Strategien einsetzen zu können.
Bild 1 und 2:
Hier wurden die Grafiken der voorher beschriebenen Techniken zusammenkopiert. Sie sehen, dass schon ein sehr konkretes Bild entsteht.
Bild 3:
Skizze einer Figurengruppe. Sie erkennen hier Binnenformen (Köpfe und
Körper) Aussenformen (rechte Figur z.B. umfasst durch ein Trapez),
aus denen die überflüssigen Stücke mit Winkeln "abgeschnitten" wurden
und "Kraftlinien" wie z.B. die bogenförmige Linie, die die linke
Figur mit der rechten verbindet.