| ONLINE-ZEICHENKURS: Zeichnen von „Beziehungs- und Kraftlinien“ |
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Jedes Motiv hat markante Punkte, bei Personen oder Akten oft die Schultern, Ellbogen, Kniescheiben, die Hände etc. Diese Punkte stehen miteinander in Beziehung.
Wenn man die Stellung der Füße einer Person festlegen will, kann man z.B. eine Linie ziehen, auf der diese Füße stehen. Eine weitere Linie könnte man durch die Schultern, eine andere von der Ferse über die Kniescheibe, durch den Oberschenkel zeihen usw.
Diese Linien kennzeichnen allgemein gesprochen also die Lage auffälliger Punkte des Motivs oder auch den „Kraftverlauf“, „Spannungsbögen“ etc.
Mit einem schwachen Strich gezogen liefern sie so ein „Gerüst“ des Motivs und erleichtern dem Zeichner, die Lage wichtiger Punkte festzulegen.
Diese Technik wird natürlich auch nie in „Reinform“ verwendet sondern fast immer in Kombiantion mit den anderen.
Ich habe zwei Bilder mit verschiedenen "Kraftlinien" gemacht.
Bild 1:
Der Bogen durch durch (1) und (7) und die leicht gekrümmte Linie durch
(7), (3) und (5) sind solche Kraftlinien, ebenso die grüne Linie.
Die gelben Linien sind Geraden, die markante Punkte miteinander verbinden,
hier die Ellbogen, die Knie und die Fußspitzen. Diese Geraden
sind sehr leicht zu finden. Wie man den Winkel dieser Geraden, ihre
Länge mit Hilfe eines Stiftes oder Pinsels abschätzt, wird
unter "MESSEN" beschrieben.
Aus der Kombination der Linien ergeben sich die Lagen der markanten.
hier rot eingzeichneten Punkte. Der Bogen durch (1) und (7) markiert
ausserdem den Verlauf der Schulter, die gelbe Senkrechte den Verlauf
der hinteren Kante des Hosenbeins und die Mitte des Unterarms.
Das 2. Bild
zeigt die Linien ohne das Foto. Die
wenigen Linien reichen aus, die Figur zu definieren. Dabei
kommt es nicht auf die genaue Lage der Linien an, diese sollen schwach
(mit einem harten Bleistift) gezeichnet werden und bilden lediglich
ein Gerüst,
an dem man sich beim Zeichnen optisch festhalten kann.
Die "gültigen" Striche werden dann stärker gezeichnet, also z.B. mit einem weicheren Bleistift oder mit größerem Druck. Sie"überlagern" dann die schwachen Striche und drängen diese optisch in den Hintergrund.
Bild 3 und Bild 4:
Analog zu oben sind hier andere "Kraftlinien" gezeichnet, diesmal ohne
die Geraden. Nach einiger Zeit sieht man in den Motiven diese Linien.
Im übrigen geht man beim Skizzieren von Comics von diesen Linien
aus ("Powerlines"), so garantiert man einen gewissen Schwung der
Figuren.