Kompostierbriefkasten |
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Der Briefkasten wird zu einer ständigen Bedrohung. Wenn Sie vorher nie Post bekommen haben, haben Sie sich vielleicht beim Anblick des guten Stücks (leicht melancholisch seufzend) vernachlässigt gefühlt. Dieses Problem ist definitv aus dem Weg geräumt. Wenn Sie chronisch ohne Geld sind, und als Künstler sind Sie das mit einer Wahrscheinlichkeit von 97%, gewinnen Sie eine neue innere Einstellung zur Post, und von nun an gilt: Nur ein leerer Briefkasten ist ein guter Briefkasten! Die meisten Briefe bringen Ärger. Sie haben jahrelang nichts von Ihrer Sparkasse oder Bank gehört? Höchstens ab und zu eine kleine Werbung für Versicherungen oder Immobilien? Die Werbung bekommen Sie jetzt nicht mehr. Dafür trudeln regelmäßig Briefe mit Kurzmitteilungen ein, dass diese und jene Abbuchung Mangels Deckung des Kontos nicht durchgeführt bzw. zurück gebucht wurde. Und auch Ihre Versicherung (oder sogar Versicherungen?) wird sich intensiver als früher um Sie kümmern und Sie regelmäßig mit Post versorgen. Wenn Sie selbstständig sind (als Künstler sind Sie immer eine ich-ag) werden Sie Post von Ihrer vielleicht einzigen Versicherung, der Krankenkasse bekommen. Diese Briefe sind besonders bedrohlich. Denn dort kündigt man Ihnen an, dass mangels eingegangener Zahlungen die Leistungen eingestellt, die monatlichen Beiträge müssen aber weiter gezahlt werden. Sie sehen, im Briefkasten lauert viel Unheil. Das Beste ist also, Sie sehen gar nicht mehr rein. Tipp: Wenn der Briefkasten draussen hängt, entfernen Sie die Klappe, so dass es reinregnen kann. Das beschleunigt den dann von selbst einsetzenden Kompostiervorgang, so werden Sie die ungeliebten Briefe auf Dauer auch los! Und denken Sie an die positive Seite des Postproblems: Wenn Sie kein Geld haben, bekommen Sie wirklich weniger Werbung. Der Schufa sei Dank!
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