| ZEICHENKURS - PERSPEKTIVE: THEORETISCHES ZUM SEHEN (1) |
Theoretische Bemerkungen zum Sehen (1)
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Sehen ist dynamisch!Das Auge ist ständig in Bewegung. Es tastet dauernd das Blickfeld ab und schweift hin und her. Erst wenn etwas unsere Aufmerksamkeit erregt, halten wir das Auge an und „fixieren“, was uns interessiert. Aber selbst wenn wir etwas „fixieren“, vibriert das Auge und bewegt sich. Das Bild, das die Linse auf den Augenhintergrund wirft, wird permanent verschoben. So wird ein bestimmter Bildpunkt nacheinander auf verschiedene Rezeptoren abgebildet. Die Rezeptoren senden einen elektrischen Impuls, wenn sie durch Licht gereizt werden, für das sie empfindlich sind. Sie brauchen danach aber eine gewisse Zeit, um sich wieder „aufzuladen“. Das Zittern erhöht also die Empfindlichkeit der Augen. Normalerweise sind die Augen also in Bewegung. Aber nicht nur in dieser Hinsicht ist „Sehen“ ein dynamischer Vorgang. Wenn wir etwas betrachten, blenden wir die Umgebung aus und konzentrieren uns auf das betrachtete Objekt. Berüchtigt sind die Urlaubsfotos, wo in weiter Landschaft das eigentliche Motiv, z.B. die Familie als winzige Gruppe steht, kaum erkennbar. Die Fotografen sind später meist erstaunt, wie klein die Menschen geraten sind. Das haben sie so nicht gewollt, das haben sie so beim Machen der Aufnahme nicht gesehen. Sie haben es wirklich so nicht gesehen. Der Grund für das schlechte Foto ist die mechanische "Dummheit" der Kamera, die das Motiv schlicht projiziert hat..
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