eol - ex oriente lux!  Zeichenkurs: Grundlagen des Zeichnens
ZEICHENKURS - PERSPEKTIVE: BEDEUTUNGSPERSPEKTIVE

Bedeutungsperspektive

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Sehen ist, wie unter „Theorie“ schon beschrieben, ein höchst dynamischer Vorgang.

Sachen, die uns interessieren, erscheinen uns groß und füllen das gesamte Blickfeld aus, auch wenn Sie klein und entfernt sind. Ein schon genanntes Beispiel sind die berüchtigten Fotos, auf denen der oder die Fotografierten einsam und klein in einer weiten Landschaft stehen.

" ...was uns groß und wichtig erscheint, wird nichtig und klein" (Reinhard Mey, "Über den Wolken")

Menschen assoziieren "Größe" mit Wichtigkeit und Bedeutung. Man spricht von "grossen" Ereignissen, "grossen" Persönlichkeiten und wichtige Könige bekommen den Beinamen "der Grosse" verpasst.

Die meisten Menschen, die mit dem Zeichnen anfangen, machen bei Portraits die Gesichtsfläche zu groß. Die Augen werden meist auf zweidrittel Höhe des Kopfes gezeichnet, das Gesicht nimmt also zweidrittel oder mehr der Kopffläche ein. Die Augen befinden sich jedoch (bei der Frontalansicht) ungefähr in der Mitte des Kopfes. Auch die Augen selbst werden meist zu groß gezeichnet. Die Augenbreite liegt nur bei einem Viertel bis einem Fünftel der Kopfbreite.

Ein anderer Anfänger„fehler“ ist, dass bei Personenskizzen der Kopf zu groß, die Hände und Füße aber meist zu klein geraten. Meist wird ein Proportionsverhältnis Kopf zu Körper von 1 zu 5 oder sogar 1 zu 4 und kleiner gewählt, beim Erwachsenen liegt dieses jedoch bei 1 zu 7 oder sogar 1zu 8, abhängig von Größe und Statur der Person.

Diese Anfänger„fehler“ sind jedoch keine Fehler. Die scheinbar verzerrten Proportionen geben schlicht wieder, welche Wichtigkeit die angesprochenen Körperteile für uns bei der Wahrnehmung unseres Gegenübers haben.

Am wichtigsten sind uns die Augen, dann das Gesicht mit der Mimik. Dann kommen die Hände, Körper und Füsse spielen bei der Kommunikation eine eher untergeordnete Rolle (aber sie sind nicht vernachlässigbar, im Gegenteil).

Was wichtig ist, erscheint uns groß.

In der Malerei des Mittelalters wurde dieser Effekt bewusst genutzt. Beispiele sind die Darstellung von Madonnen mit sie umgebenden Heiligen oder Hirten. Da Maria wichtiger ist als die Heiligen wurde sie größer dargestellt. Ein anderes Beispiel sind Bilder mit biblischen Szenen, auf denen die Stifter der Bilder dargestellt sind. Diese sind, wenn sie zusammen mit Heiligen auftreten, meist wesentlich kleiner als diese, auch wenn sie sich im Vordergrund des Bildes aufhalten. Diesen bewussten Einsatz des oben beschriebenen Phänomens in Bildkompositionen, dass Wichtiges groß erscheint, nennt man "Bedeutungsperspektive".

Bitte beachten Sie, dass sich die "Bedeutungsperspektive" nicht auf die räumliche Anordnung des dargestellten Gegenstandes (Person) bezieht sondern auf nur auf dessen Bedeutung. Anders als die bisherigen "Perspektiven" bezeichnet die Bedeutungsperspektive kein räumliches Phänomen. Sie kann und wird meistens sogar gegen die Regeln räumlichen Perspektiven, wie z.B. der "Größenperspektive" verstoßen, ohne daß das Motiv deswegen falsch wirkt.

 

Luftperspektive

Luftperspektive

Hugo van der Goes, "Die Geburt Christi", dreiteiliger Altar, 15. Jahrhundert

Oben ist der rechte Flügel des Altars abgebildet, unten das Mittelteil

 

 

 

 
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