| ZEICHENKURS - PERSPEKTIVE: HORIZONT - FLUCHTPUNKTE - ZENTRALPERSPEKTIVE |
Fluchtpunkte |
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Wie schon vorher erwähnt, ging die „Entdeckung“ der Perspektive mit dem Aufkommen optischer Hilfsmittel wie die „Camera Obskura“, Linsen und Hohlspiegel einher. Projektionen waren damals „Wunder“, anders als heute war ein künstliches Abbild der Welt eine schwer herzustellende Rarität, wurde sogar teilweise als „Hexen-“ und „Zauberwerk“ aufgefasst. Das Wissen um die Herstellung der künstlichen Bilder gehörte zum geheimen, teilweise auch gefährlichen Wissen der Maler (Hexerei!). Entsprechend sorgfältig wurden diese künstlich hergestellten Bilder untersucht. Dabei wurden die Regeln der Perspektive entdeckt*.
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Zum Bild: Ein Punkt, in dem Linien und Kanten, die in der Realität parallel sind, zusammenlaufen, d.h. auf den diese Linien also fluchten, heißt "Fluchtpunkt". Das gilt für alle parallelen Linien und Kanten. Ein recht häufiger, auch in diesem Bild auftretender Spezialfall sind Linien und Kanten, die waagerecht sind, also in eine Ebenen liegen, die parallel zur (waagerechten) Bodenfläche sind. Diese waagerechte Bodenfläche muß nicht vorhanden sein. Bei diesem Foto stand der Fotograf auf einem schrägen Hang, eine waagerechte "Bodenfläche", auf der er stand existierte real also nicht. Die Dachkanten sind jedoch waagerecht und parallel zu der gedachten Bodenfläche, auf der der Fotograf stand. Regel: Sind parallele Linien waagerecht, liegt der Fluchtpunkt auf dem Horizont.
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Ein anderes Foto:
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Hier wurden diese Linien eingezeichnet. "Linien" können natürlich auch durch Punkte oder kleinere Strecken gebildet werden, die auf einer Geraden liegen, wie hier die Ober- und Unterkanten der Fenster. Eine Perspektive, die durch direkt vom Betrachter weglaufende Linien geprägt wird, die parallel zum Sehstrahl des Betrachters laufen (und damit auch in sich parallel sind), heißt "Zentralperspektive".
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* Fussnote: Es
gibt ein sehr schönes Buch von
David Hockney, einem bekannten amerikanischen Maler, mit wunderschönen
Reproduktionen, das sich mit dem „geheimen Wissen“ der
alten Maler beschäftigt. Gemeint sind der Einsatz optischer Hilfsmitteln
wie Spiegel, Camera Obscura, Camera Lucida, etc. Er versucht anhand
optischer "Fehler" in alten Gemälden nachzuweisen, daß diese Fehler
auf die Verwendung von Hilfsmitteln zurückzuführen ist. Daß Maler optische
Hilfsmittel eingesetzt haben, ist unter Kunsthistorikern unbestritten,
er glaubt jedochnachweisen zu können, daß dies früher
geschah, als bisher angenommen. Das Buch ist leider relativ teuer. David Hockney, „ Geheimes Wissen“, Verlag Knesebeck. Der Link rechts führt zu Amazon (ist also Werbung), dort können Sie jedoch noch weitere Informationen zum Buch finden...
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Weitere Infos zum Buch bei Amazon...
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