eol - ex oriente lux!  Zeichenkurs: Grundlagen des Zeichnens
ZEICHENKURS - PERSPEKTIVE: LINEARPERSPEKTIVE - BILDFLÄCHE

Linearperspektiven: Bildfläche

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Stellen Sie sich in einen Raum und sehen Sie aus dem Fenster. Kneifen Sie ein Auge zu und bewegen Sie sich nicht. Starren Sie einfach mit dem einen Auge hinaus.

Das, was Sie sehen, würden Sie auch sehen, wenn jemand genau an der Stelle, an der Sie stehen, ein Foto aus dem Fenster machen und ein Diapositiv dieses Fotos an die Scheibe kleben würde. Ein vergrößertes Foto, das genau in die Scheibe passt.

Sie würden natürlich sofort erkennen, dass es sich bei dem Fensterblick um ein Foto handelt, denn der Farbumfang von Fotos ist wesentlich kleiner als die natürlich vorkommenden Farben. Sie würden sich natürlich dem Fenster nähern, sich also relativ zur Scheibe bewegen. Spätestens dann sehen Sie, dass sich der Ausschnitt im Fenster nicht ändert und an dem Fenster ein Foto klebt.

 

 

Jetzt nehmen Sie das nächstbeste etwas größere Papier (z.B. eine alte Zeitung) und schneiden in dieses ein ca. Postkarten großes Loch. Dieses Papier kleben Sie ans Fenster. Sie holen Sich einen Filzstift. Dann stellen Sie sich vor das Fenster, und zeichnen die Konturen dessen nach, was Sie draußen sehen. Dabei dürfen Sie nur mit einem Auge sehen und die Lage dieses Auges auch nicht verändern.
Als eine Art Fixierung könnten Sie als Rechtshänder den linken Arm ausstrecken und sich an der Scheibe abstützen, mit der Rechten zeichnen Sie auf der Scheibe die Umrisse dessen nach, was Sie draußen sehen.

Wichtig ist wie gesagt, dass Sie Ihren Kopf auf keinen Fall bewegen und nur mit einem Auge herausschauen. Ideal wäre es, wenn Sie die Kopfposition fixieren könnten, z.B. indem Sie das Kinn irgendwo auflegen. Es bieten sich kleine Haushaltsleitern, hohe Stuhllehnen, Stative etc an. Denn Sie werden intuitiv immer wieder den Kopf bewegen, um das Motiv besser durch das Papierfensterchen sehen zu können.

Auf diese Art können Sie das „Bild“ von draußen auf der Glasfläche der Scheibe zeichnen.

Worauf es mir ankommt, ist nicht, dass Sie so ein Bild zeichnen, sondern dass Sie erfahren, dass man auf der Scheibe so ein Bild zeichnen kann. Denn die Scheibe ist letztendlich mit dem Papier gleich zu setzen, auf das Sie später ihre Bilder zeichnen wollen. Die Scheibe ist die „Bildebene“. Wenn Sie zeichnen, stellen Sie eine Projektion des Gesehenen auf eine Bildebene her.

Diese Erkenntnis war die Voraussetzung zur Erforschung der Gesetzmäßigkeiten der Perspektive.

 

Perspektive: Die Bildebene

Perspektive: Die Bildebene

Hier sehen Sie einen Kupferstiche von Dürer. Die Maschinen, die hier dargestellt sind, dienen keinem anderen Zweck als es das Fenster für uns tat. Mit Hilfe dieser Konstruktionen erforschten Dürer und seine Zeitgenossen die Gesetze der Perspektive.

 

 

Bild 1

Diese Maschine ist praktisch ein transportables Fenster. Der Künstler zeichnet hier direkt auf die Scheibe. Damit sich sein Auge immer an der selben Stelle befindet, sieht er durch ein kleines Loch.

Perspektive: Die Bildebene

 

Bild 2

Scheiben waren damals sehr teuer, Filzstifte gab es nicht (es gab zwar Fettstifte, siehe oben). Deshalb übernimmt hier bei Dürer ein Rahmen mit einem eingespannten Gitternetz die Funktion der Scheibe. Das selbe Gitter war auf dem Papier, auf dem der Zeichner arbeitet. Der Zeichner konnte nun die Umrisse des Motivs auf das Papier übertragen.
So entsteht auf dem Papier eine ähnliche Zeichnung, wie die, die Sie mit dem Filzstift auf die Scheibe zeichnen.

 

Perspektive: Die Bildebene

 

Bild 3

Licht breitet sich geradlinig aus. Hier hält der linke Mann einen Zeiger mit einem Faden auf einen zu zeichnenden Punkt des Motives. Der Faden läuft zu einer Öse in der Wand. Diese Öse ist das Auge des (virtuellen) Betrachters. Der zweite Mann misst am Rahmen, der die Bildfläche markiert, die Koordinaten aus, an der der Faden die Rahmenebene schneidet. Dann wird der Faden entspannt, und in den Rahmen wird eine in der Darstellung noch aufgeklappte Bildfläche hineingeklappt. Auf diese Bildfläche überträgt der rechte Mann dann die gemessenen Koordinaten.

 

Perspektive: Die Bildebene

 

Bild 4

Taylor war ein berühmter Mathematiker (Taylor - Reihe), der auch ein sehr guter Künstler war. Er war der Erste, der das Prinzip des "Fluchtpunkts" erkannte.

Die nebenstehende Darstellung ist aus Brook Taylors "New principles of Linear Perspective", erschienen 1715. Der Stich zeigt ein Motiv (einen Würfel), ausgewählte Sehstrahlen, die von den Kanten ins Auge eines Betrachters laufen und eine Stellwand mit dem projizierten Bild des Würfels.

Perspektive: Die Bildebene

Ich möchte hier die folgenden Begriffe festlegen.

  • Bildfläche:
    Der Rahmen (die Scheibe etc.) markieren die Bildfläche.
  • Bildebene:
    Das ist die Ebene, in der die Bildfläche liegt. Sie steht senkrecht auf der waagerechten Bodenfläche (Bodenebene), auf der der Betrachter steht.
  • Grundlinie, Bodenlinie:
    Das ist die Gerade, die durch den Schnitt der Bildebene mit der Bodenfläche entsteht.
  • Augpunkt:
    Der Augpunkt ist die Stelle, an der sich das Auge des Zeichners befindet. Das ist auch die optimale Stelle, an der sich das Auge des Betrachters befinden sollte, wenn er das fertige Bild betrachtet. Optimal, um die dargestellte Perspektive ohne Verzerrungen zu sehen. In der Realit ät spielt jedoch keine Rolle, denn wir erkennen, dass wir vor einem Bild stehen und korrigieren unbewusst alle Verzerrungen, die durch unsere Position zum Bild bedingt sind.
  • Standpunkt:
    Die Stelle, an der der Zeichner steht. Das kann man auch genauer formulieren: Fällt man das Lot vom Auge auf die waagerechte Bodenfläche, auf der sich der Zeichner befindet, wird diese im Standpunkt geschnitten.

Nach der Theorie zu ein paar Bildern (Fotos).

 

 

 

 

 
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