| ZEICHENKURS - PORTRAIT |
Frauen und Jugendliche |
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Männliche Jugendliche um 15 Jahre wirken oft sehr weiblich. Das liegt daran, dass sie die mit der Pubertät beginnenden Veränderungen am Schädel und die Ausprägung der sekundären Geschlechtsmerkmale noch vor sich haben. Eine dieser Veränderungen, die das Gesicht betreffen, die nicht so leicht zu ändern ist wie ein wachsender Bart, ist die Verknöcherung des Schädels. An der Kunsthochschule wurde uns diese sehr eindrucksvoll an Gorillaschädeln demonstriert. Der Schädel des weiblichen und des Jungtieres ähnelten annähernd menschlichen Schädeln. Sie bestanden aus einer Kugel, in der sich das Hirn befand und den Gesichtsknochen mit den stark ausgeprägten Kiefern. Der Schädel des erwachsenen männlichen Tieres war doppelt so groß, die Kugel für das Hirn war gleich geblieben, aber über ihr hatte sich ein riesiger Knochenkamm gebildet. Die Wülste über den Augen waren doppelt so stark wie bei einem Jungtier und der Kiefer hatte mächtige Kämme für die Kaumuskulatur ausgebildet. Eine analoge Entwicklung läuft beim männlichen Jugendlichen in der Pubertät ab lächelnd
Durch den allgemein größeren Schädel und die Knochengebilde um die Augen wirken diese beim Mann kleiner als bei Frauen. Das dürfte einer der Gründe sein, warum sich in vielen Kulturkreisen Frauen die Augen durch Schminken optisch vergrößern und dasselbe bei Männern als unmännlich gilt. Im übrigen können einige dieser Änderungen in sehr abgeschwächtem Maße dann ebenfalls bei Frauen im Alter zwischen dreißig und vierzig eintreten. Steht nun der Zeichner vor der Aufgabe, eine weibliche Person zu altern, so gehört dazu unter anderem eine Vergröberung (Vermännlichung) des Bildes. Dies liegt an der zunehmenden Verknöcherung im Alterungsprozess. Eine männliche Person dagegen wirkt jünger, wenn die Gesichtsformen gerundet, die Augen optisch vergrößert werden und das Gesicht glatter und weiblicher gemacht wird, da bei männlichen Jugendlichen die oben besprochenen Merkmale noch nicht voll ausgebildet sind. Zu den Bildern: Das oberste Bild ist das Ausgangsbild, die nächsten sind im Photoshop entstanden. Ich habe mir, zugegeben, nicht so viel Mühe gegeben, die "Zeichnungen" sind entsprechend verschmiert.
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Bild1: Das Ausgangsbild, es taucht noch einmal beim "Ältermachen" auf. |
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Bild2: Ein einfaches Verlängern der Haare nutzt wenig. Der Hals wurde schmaler gemacht. |
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Bild3: Ein erstes Abrunden der Kieferknochen, die "Ecken" werden aus der Kieferpartie herausgenommen. Außerdem wird die Partie unmittelbar über dem Augenoberlid und im Augeninnenwinkel aufgehellt. Bei Frauen liegen die Augen nicht so tief im Gesicht, da die Knochensubstanz der Jochbeine geringer ist und die Knochen unter den Augenbrauen schwächer ausgeprägt sind. Der Mund wurde ebenfalls etwas weicher und schmaler gemacht. |
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Bild4: Aufhellen der Wangen und der Falten um die Nase herum. Weibliche Nasen sind i.A. kleiner und zarter als männliche und ragen weniger heraus. Allgemein gilt, dass alles "weicher" ist und damit weniger stark ausgeprägte Schatten wirft. Ein erstes Schmalermachen des Halses. |
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Bild5: Jetzt noch den Haaransatz an der Stirn abrunden. Dadurch wird die Stirn "runder" und die beim Mann vorhandenen "Knochenwülste", die im Alter stärker werden, verschwinden dadurch. Ausserdem wurde der Unterkiefer noch einmal schmaler gemacht. Das Ändern der Stirn, der Knochen unter den Augenbrauen und der Kieferknochen sind die Wichtigsten und wirksamsten Schritte zu "Verweiblichung". Ganz wichtig ist auch das "Schmalermachen" des Halses und das Herausnehmen der Schatten, die die Muskulatur am Hals modulieren. Als letzte Schritte sollte man die Ohren verkleinern oder entfernen und den Haaransatz etwas tiefer machen. Männern haben meist etwas größere Ohren als Frauen. bei beiden wachsen diese, genau wie die Nase, mit zunehmendem Alter. |
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