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ZEICHENKURS - PORTRAIT

Die Mimik

 

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Portraitzeichnungen zeigen meist Personen mit für sie "typischem" Gesichtsausdruck. Das ist der Gesichtsausdruck, der dem "Wesen" des Abgebildeten am besten entspricht. Dabei wird oft in Kauf genommen, dass dieses bild der Realität nicht entspricht, ein Beispiel sind die immer "heroischer" werdenen Portraits z.B. von Schiller.

Aber selbst wenn man Menschen mit völlig neutralem Ausdruck malen will, ist es wichtig, die Regeln der Mimik zu kennen. Denn bei Kenntnis der mimischen Regeln fällt es relativ leicht, Gesichter freundlicher, lustiger oder ernster, aggressiver oder bedrohlicher wirken zu lassen, auch wenn die dargestellte Person einen neutralen oder unbeteiligten Gesichtsausdruck hat. Dazu kommt, dass die Mimik im Laufe des Lebens auch faktisch Spuren im Gesicht hinterlässt, häufig genutzte Gesichtsausdrücke sich also auch im "neutralen" Gesicht des Portraitierten abzeichnen.

Die Lage eines Großteils der Falten im Gesicht ist wahrscheinlich genetisch festgelegt. Andere entstehen jedoch aus der Kombination durch die mechanischen Belastungen und nachlassende Regenerationsfähigkeit der Haut. Auch die Stärke der Ausprägung der genetisch festgelegten Falten ist sicher eine Folge ihrer mechanischen Belastung. Hinzu kommt, dass das Gesichtsrelief auch durch die Muskulatur und die Stärke ihrer Grundspannung (Tonus) gebildet wird. Das Wissen darum macht sich auch in der Alltagssprache fest: jemand sieht entspannt oder er sieht abgespannt aus, was nicht dasselbe ist, jemand hat einen verkniffenen Gesichtsausdruck etc.

 

Justus Freiherr von Liebig

Justus Freiherr von Liebig

 

Der Einfluss der Gesichtsmuskulatur und ihres Grundtonus wird besonders drastisch bewusst, wenn er nicht mehr vorhanden ist. Totenmasken z.B. von Personen, deren Aussehen man aus Filmen, Bildern etc kennt, haben oft kaum Ähnlichkeit mit der Person, als sie noch lebte. Welche Muskeln wie gespannt sind, ist sicher auch ein Ausdruck der Persönlichkeit. Das wird besonders in der Mimik deutlich. Fröhliche Menschen, die viel lachen und lächeln werden früh „Lachfältchen“ um die Augen ausprägen.

Man kann also mit einer gewissen Berechtigung behaupten, dass die Persönlichkeit ein Gesicht prägt und die Mimik in Gesichtern Spuren hinterlässt. Diese Aussage ist wiederum nicht absolut zu sehen. Sie sagt wirklich nur aus, dass sich eventuell Grundzüge des Naturells und oft benutzte mimische Gesten im Gesicht ablesen lassen. Denn jeder kennt den Effekt, dass Menschen auf Fotos „anders“ aussehen als sie sind, bei der scheinbar physikalisch „objektiven“ Abbildung gut oder schlecht getroffen werden können. Vielleicht erinnern Sie sich daran, wie Freunde oder Bekannte auf Sie das erste mal wirkten und dass sich dieser „erste Eindruck“ später als völlig falsch herausstellte.

Besonders das Beispiel mit den schlecht getroffenen Fotos zeigt, dass das Gesicht und die von ihm z.B. im „neutralen Zustand“ ausgesandten mimischen Signale nicht mit dem Eindruck und dem Bild übereinstimmen müssen, das wir uns von jemandem machen.

 

Justus Freiherr von Liebig

Die Totenmaske von v. Liebig

 

Ein Beispiel soll das kurz erläutern:

Ein fliehendes Kinn wird oft mit Willensschwäche assoziiert. Der Grund liegt darin, dass „mann“ bei Aggressionen - als „Kampf-Drohverhalten“ - u.a. die Backenmuskulatur (der unterkiefer sird optisch breiter) anspannt oder zusätzlich das Kinn vorschiebt.

Hat jedoch ein Mensch einen kurzen Unterkiefer und damit ein fliehendes Kinn wirkt das „willensschwach“. Ich kenne persönlich einen Mann, der sehr willensstark und etwas cholerisch ist und ein fliehendes Kinn hat. Gute Fotos von ihm, auf denen er gut getroffen ist, sind meist Frontalfotos, auf denen das fliehende Kinn nicht sehr auffällt. Leute, die ihn kennen, bemerken nach einiger Zeit dieses Kinn nicht mehr und würden ihn in dieser Hinsicht auch „falsch“ beschreiben.

Das Beispiel zeigt übrigens, dass die Physiognomie mit Sicherheit nicht dazu taugt, anhand der Gesichter „geborene Verbrecher“, „angeborene Falschheit“ oder „Intelligenz“ zu erkennen. Genau das wurde seit der Entstehung dieser Disziplin jedoch immer wieder versucht. Die Geschichte der Physiognomie ist deshalb auch eine Geschichte der Vorurteile und des Rassismus.

Supermann

"Superman"
beachten Sie bitte das stark ausgeprägte Kinn (mit Grübchen!) und die extrem eckige Form des Unterkiefers, sichtbare Zeichen seiner Kraft und seines Willens! In der Realität stimmt dies auch - oder eben auch nicht!

 

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