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ZEICHENKURS - PORTRAIT

Gesichtsdetails

 

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Die Ähnlichkeit von Portraits hängt nicht von der Genauigkeit ab, mit der Details, wie Augen, Mund etc. wiedergegeben werden. Gesichter können zwar an sehr kleinen Ausschnitten erkannt werden, wenn diese markante und spezifische Ausprägungen von Gesichtsdetails zeigen, andererseits benötigen wir so gut wie keine Details um Gesichter zuverlässig identifizieren zu können. Besonders offensichtlich wird das am Zeitungsbeispiel links.

 

 
Zu den Bildern:
Klicken Sie die 3 Bilder nacheinander an. Rücken Sie vom Bildschirm weg, noch besser, stehen Sie auf und sehen Sie sich die geöffneten Bilder aus einer größeren Entfernung an.

Haben Sie das gemacht? Dann lesen Sie weiter...

Auf Fotos in Zeitungen ist es möglich, Gesichter zu erkennen, die unter der Lupe betrachtet nur noch aus wenigen Farbklecksen bestehen. Schon drei, vier Kleckse genügen, um die Form der Augenhöhlen anzudeuten, und diese wenigen Kleckse reichen uns aus, um den fotografierten Menschen eindeutig zu identifizieren. Wie gesagt, ein paar Kleckse genügen für die gesamte Augenpartie, die Augen selbst sind nicht erkennbar, geschweige denn deren genaue Form.

Diese Erkennbarkeit von Gesichtern auf Grund so weniger Informationen ist umso erstaunlicher, als die wahrgenommene Form der Gesichtsteile stark von Umgebungsvariablen abhängen kann und die einzelnen Formen bei der Mimik z. T. auch stark verzerrt werden.

Als Beispiel für die erste Behauptung sei die Erscheinung der Augenhöhlen erwähnt, die stark von der Richtung, Stärke und Art der Beleuchtung abhängt. Fällt diffuses Licht frontal ins Gesicht, sind so gut wie keine Schatten und auch die Form der Augenhöhlen schwer erkennbar.

Fällt jedoch hartes Licht seitlich oder von oben ins Gesicht, können die Augenhöhlen wie schwarze Schatten erscheinen, die sich abhängig von der Richtung des Lichteinfalls in Größe und Form sehr stark ändern. Trotzdem bleibt im allgemeinen das Gesicht gut erkennbar.

Ein Sonderfall ist die Beleuchtung des Gesichts mit einem Streiflicht von unten, wie sie oft in Horrorfilmen eingesetzt wird. Diese macht nicht nur meist das Gesicht unkenntlich, sondern lässt es, weil es in völlig ungewohnter Weise moduliert wird, „unmenschlich“ und „dämonisch“ erscheinen. Licht von unten kommt in der Natur jedoch ausserst selten vor (denkbar wäre so etwas wie eine spiegelnde Wasserfläche, die Licht in eine Höhle wirft). Sehr wahrscheinlich kommen wir gerade deshalb mit dieser Art der Beleuchtung so schlecht zurecht.

Übrigens, zum Einfluss der Beleuchtung auf Gesichter kann ich diese Seite (wärmstens empfehlen!
Auch die übrigen Seiten des "Virtuellen Antiken Museums" (http://viamus.uni-goettingen.de) sind wirklich besuchenswert!

Als Beispiel für die Änderung und Verzerrung von Detailformen sei der Mund beim Lachen erwähnt. Wenn jemand stark lacht, verzieht er den Mund so, dass die genaue Form der Lippen in Ruhestellung nicht mehr erkennbar ist. Auf jeden Fall ändert sich die Breite und Lage des Mundes sehr stark. Trotzdem bereitet es uns keine Mühe jemanden zu erkennen, der beim Lachen fotografiert wurde.

 

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Bild:

Bitte lesen Sie zurerst den Abschnitt, bevor Sie klicken!

Nehmen Sie Abstand vom Bildschirm! Wenn Sie ihn noch nicht erkannt haben, werden Sie ihn im Bild, das sich beim Klicken öffnet, sicher erkennen, vorausgesetzt Sie kennen ihn überhaupt.

Jetzt können Sie klicken! Na, erkannt?

Wenn ja, zuerst, bevor es weiter geht, warum ist er im sich öffnenden Bild besser erkennbar?

Im sich öffnenden Bild sind seine Haare und seine Kopfbedeckung erkennbar. Diese sind bereits "ikonografiert". Ev. würde eine Silhouette ausreichen, um den Dargestellten zu identifizieren. Tatsächlich erkennen viele den Dargestellten nicht, wenn man ihnen ein Bild von ihm ohne Bart und mit anderer Frisur zeigt. Ein ähnlicher Fall ist sicher Beuys, der ohne seinen Hut auch von vielen nicht erkannt wird.

Zurück zum Bild. Das Bild verdeutlicht, dass Details keine Voraussetzung für die Erkennbarkeit von Gesichtern sind. Es zeigt ein Gesicht, das im Grunde nur aus weissen und schwarzen Flächen besteht. Hell ist im wesentlichen nur die rechten Gesichtshälfte. Die Augenpartei ist bis auf Einsprengsel eine schwarze Fläche.

Eine helle Fläche signalisiert die ungefähre Lage des Kinns. Details von Augen, Nase und Mund sind nicht erkennbar.

 

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Warum erkennen wir am nebenstehendem Bild noch das Geschlecht des Dargestellten?

 

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Frage, warum erkennen wir in so etwas wie dem ersten gerasterten Bild von Kohl überhaupt noch Augen? In einem Kurs, den ich gegeben hatte, warf ich dieses Bild 1 mit einem Beamer an die Wand und eine Frau erkannte in den schwarzen Flächen sofort ein Auge.

 

 

 

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